Natürlich ernähren: Urgetreide ist Trend

In Zeiten von Superfoods, Gluten-Unverträglichkeit, Veganismus und Clean Eating gelten Hanfmehl, Quinoa, Buchweizen und Amarant als regelrechte Allround-Talente. Dabei wurden sie schon vor tausenden von Jahren verwendet.

Heute finden diese fast vergessenen Nahrungsmittel Rückkehr in unsere Ernährung und das Bedürfnis nach unverarbeiteten Zutaten wächst.

Besonders beim Backen liegt die Verwendung von Urgetreide voll im Ernährungstrend. Welche Urgetreide besonders gesund sein sollen und was sich Leckeres daraus backen lässt, erfahren Sie hier:  

Hanfmehl

Hanfmehl aus Hanfsamen oder Hanfblütenmehl ist glutenfrei und reich an Cannabidiol (CBD), Eiweiß / Proteinen, Aminosäuren, Antioxidantien und Mineralstoffen. Zudem soll es dreimal so viele Ballaststoffe liefern als Weizenvollkornmehl.

Besonders gesunder Nebeneffekt: Das in Hanfmehl enthaltene CBD wird auch in der Heilkunde mehr und mehr als Allzweckwaffe geschätzt. In zahlreichen Studien erforschen Mediziner und Wissenschaftler die Eignung von CBD bei der Behandlung von Patienten mit Alzheimer, Diabetes, psychischen Erkrankungen oder chronischen Schmerzen.

 

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Profi-Backtipp: Wenn Sie mit Hanfmehl backen, sollten Sie es aufgrund des intensiven Geschmacks immer mit Mandel- oder Dinkelmehl kombinieren.  

Rezept: Hanfmehl Power-Brot

Zutaten:

100 g Hanfmehl

700 g Dinkelmehl

1 Würfel Hefe

4 EL Obstessig

3 TL

3 TL Salz

3 EL Gewürzmischung aus Gerstengras, Spinat und Brennnessel

 

Zubereitung:

  • Die Hefe im Wasser auflösen.
  • Die aufgelöste Hefe mit allen Zutaten zu einem Teig vermengen. 
  • Den Teig in eine eingefettete Kastenform geben und mit etwas Öl und Haferflocken bestreichen.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 220 °C ca. 60 Minuten lang backen.

Quinoa

Quinoa ist eine Getreideart aus Südamerika, die dort bereits seit 6.000 Jahren angebaut wird. Besonders in den Anden auf mehreren Tausend Metern Höhe wurde es häufig verzehrt, da das raue Klima und die kargen Böden der Quinoapflanze nichts anhaben können. 

Quinoa soll Aminosäuren, Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe enthalten und einen viel höheren Nährstoffgehalt besitzen als Reis, unter anderem doppelt so viel Eiweiß.

Zudem ist Quinoa:

  • basisch
  • glutenfrei
  • Serotonin-fördernd

Eine Studie der Universität von Newcastle (1997) belegt, dass sich Quinoa positiv auf den Botenstoff Serotonin und somit auf die Psyche auswirken soll. Es soll die Bildung des Glückshormons ankurbeln und dadurch Depressionen entgegenwirken und Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit fördern. 

Rezept: Quinoa-Chia-Krokant mit Pekannüssen

Zutaten:

90 g Quinoa

75 g Pekannüsse

25 g Kürbiskerne

8 EL Ahornsirup

2 EL Rohrzucker

2 EL Kokosöl

 

Zubereitung:

  • Pekannüsse hacken
  • Gehackte Pekannüsse mit Quinoa, Kürbiskernen, Chiasamen und Rohrzucker vermengen.
  • Ahornsirup und Kokosöl in einem Topf erhitzen.
  • Gehackte Pekannüsse mit Quinoa, Kürbiskernen, Chiasamen und Rohrzucker zur erhitzen Masse hinzugeben und erneut vermengen.
  • Masse auf Backblech oder Backpapier dünn ausstreichen und ca. 10 Minuten bei 160 Grad backen, bis sie gleichmäßig braun ist.
  • Aus dem Ofen holen, abkühlen lassen und in mehrere Teile brechen.

Buchweizen

Buchweizen ist basisch, gluten- und lektinfrei. Er ist eine Körnerfrucht  die als Pseudogetreide betitelt wird, da sie nicht der Familie der Süßgräser angehört. Geschmacklich ist Buchweizen von herkömmlichem Getreide allerdings nicht zu unterscheiden, soll jedoch verträglicher sein.

Buchweizen wird in China schon seit tausenden von Jahren kultiviert.

Er soll hochwertiges Eiweiß liefern, Q10, Lezithin und viele Ballaststoffe enthalten und den Cholesterinspiegel regulieren sowie Blutdruck und Blutzuckerspiegel senken.

In Buchweizen steckt auch sogenanntes Rutin. Laut einer Studie aus dem Jahr 2009* soll dies wiederum dazu beitragen, oxidative Schäden in den Blutgefäßwänden zu verringern und infolgedessen Bluthochdruck zu senken.

Rezept: Buchweizenbrot

Zutaten:

500 g Buchweizenmehl

40 g Kartoffelmehl 

1 Päckchen Weinstein-Backpulver

1 Prise Salz

500 ml Wasser

60 ml Olivenöl

 

Zubereitung: 

  • Die Zutaten in eine Schüssel geben und vermengen.
  • Den Teig in die Backform füllen.
  • Im vorgeheizten Ofen bei 200°C für etwa 60 Minuten backen. 

Amarant

Amarant wird ebenfalls als Pseudogetreide bezeichnet und wurde bereits von den Inkas und Azteken angebaut und verzehrt, da es eine fleischliche Eiweißzufuhr fast vollständig ersetzen kann. Bei Amarant handelt es sich um ein glutenfreies Urgetreide mit hohem Proteingehalt, Omega 3-Fettsäuren und Omega 6-Fettsäuren, Magnesium, Calcium, Eisen und Lysin. Letzteres soll besonders gut für Haut und Knochen sein. Nach einer Studie von Dr. M. Rath aus dem Jahr 1992 kann Lysin bestimmte kollagenverdauende Enzyme an sich binden und damit sogar die Bildung von Metastasen bei Krebspatienten stoppen können.

Rezept: Amarant-Linsen-Brot

Zutaten:

500 g Mineralwasser

300 g gemahlener Amarant

300 g gemahlene, rote Linsen

1 TL Salz

2 EL Sonnenblumenöl

1 Tüte Trockenhefe

Koriander

Sonnenblumenkerne

 

Zubereitung: 

  • Amarant und Salz vermengen, Wasser hinzugießen und eine halbe Stunde ruhen lassen.
  • Anschließend das Öl, gemahlene Linsen, die Trockenhefe und etwas gemörserten Koriander dazugeben. Alles vermischen.
  • Wer möchte, kann noch Sonnenblumenkerne dazu geben.
  • Den Teig in eine Kastenform gießen und eine Weile gehen lassen.
  • Im Backofen bei ca. 150 Grad Heißluft 90 Minuten backen.
  • Backform aus dem Ofen holen, die Oberfläche mit Sonnenblumenöl bestreichen und noch einmal 30 Minuten lang backen. 


Fertig!

*Kim DW et al., "Germinated Buckwheat extract decreases blood pressure and nitrotyrosine immunoreactivity in aortic endothelial cells in spontaneously hypertensive rats." Phytother Res. 2009 Jul;23(7):993-8. (Extrakt aus gekeimtem Buchweizen senkt den Blutdruck{...})